Analoge Fertigkeiten entwickeln: Ein Must-do in der digitalen Welt?

Thymian

Von Doreen Brumme

Demokratie ist eine Sache steter Entwicklung. Ich spreche heute mit Wiebke Eden-Fleig. Die Hamburger Politikwissenschaftlerin leistet der Demokratie als Initiatorin und Gründerin von just.childhood Entwicklungshilfe vor Ort: Mit ihrem Kindergarten „Bait al-Shams“ im Flüchtlingscamp Shatila, Beirut, Libanon, unterstützt Wiebke derzeit 55 Flüchtlingskinder auf den ersten Schritten in ihr künftiges Leben. Lest selbst, warum es ihr dabei vor allem auf analoge Fertigkeiten ankommt.

0C6A1773Wiebke, Du hast just.childhood gegründet. Stell uns als Erstes das Projekt bitte vor!

Just.childhood wurde mit dem Ziel gegründet, Kinder in den palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon mit Bildungsprojekten zu unterstützen.

Unser erstes Projekt, der Kindergarten „Bait al-Shams“ (auf Deutsch: „Haus der Sonne“) in Shatila, hat sich dabei aus den Bedürfnissen der Menschen vor Ort ergeben. Die Kinder gehen, mit einigen wenigen Ausnahmen, auf die Schulen der UNRWA, die einen Kindergartenbesuch voraussetzen.

Die UNRWA an sich hält jedoch selbst kein Mandat für frühkindliche Bildung inne. Die wenigen Kindergärten, die es in Shatila gibt, sind sehr traditionell und verschult. Die Kinder sitzen bereits mit drei Jahren an Tischen und müssen das Alphabet pauken. Die Erzieherinnen arbeiten dabei mit sehr viel Druck, Ungeduld – aber auch mit physischen Bestrafungen, wenn etwas nicht so klappt, wie sie es sich vorstellen. Das erzeugt wahnsinnig viel Frustration bei den Kindern und leider zieht sich dieser Faden dann weiter bis in die Schulen. Insgesamt gibt es eine sehr hohe Schulabbrecherquote schon in den ersten Schuljahren, viele Kinder halten dem Druck nicht stand. Wir wollten daran etwas ändern, denn wir sind wie viele andere davon überzeugt, dass Bildung eine der tragenden Säulen der Entwicklungsarbeit ist.

Warum hast du für dein Projekt Shatila ausgesucht? Was ist das für ein Ort, welche Menschen leben dort?

Ich habe einige Jahre im Libanon gelebt und für eine politische Stiftung gearbeitet. Durch einen Zufall bin ich das erste Mal nach Shatila gekommen. Ein befreundeter Fotograf arbeitete an einer Reportage über die zwölf palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon und hat mir angeboten, ihn zu begleiten. Ich habe Kontakte geknüpft und schließlich begonnen, an den Wochenenden ehrenamtlich in einem Jugendzentrum zu arbeiten. Im Nachhinein habe ich sicherlich mehr davon profitiert als die Kinder. Aber es hat mich darin bestärkt, mich für Shatila und die wundervollen Kinder zu engagieren.

0C6A3380Shatila ist ein Flüchtlingslager, das 1949 vom Internationalen Roten Kreuz für die 1948 aus Palästina vertriebenen Menschen errichtet wurde. Ursprünglich gebaut wurde das Lager für etwa 3.000 Menschen, heute leben auf dem einen Quadratkilometer großen Gebiet inoffiziellen Schätzungen zufolge etwa 30.000. Vor allem die Syrienkrise hat dazu geführt, dass sich noch mehr Menschen die schon vorher äußerst knappen Ressourcen teilen müssen. Die Kanalisation ist überlastet, die sozialen Einrichten sowieso. Es ist schmutzig, laut, eng und eigentlich immer feucht und dunkel – die Häuser stehen so nahe aneinander, dass es in den unteren Stockwerken kein Licht gibt. Strom steht auch nur stundenweise zur Verfügung. Viele Kinder haben Atemwegserkrankungen und Hautprobleme.

Was sind die größten gesellschaftlichen (sozial, politisch, ökonomisch) Probleme und ihre Ursachen in Shatila?

Die Palästinenser in den libanesischen Flüchtlingslagern bezeichnen sich selbst als das „vergessene Volk“, da sie in einer feindlichen Umgebung leben, ihnen grundlegende Menschenrechte wie das Recht auf Arbeit – Palästinenser dürfen im Libanon über zwanzig Berufen nicht ausüben – oder Bildung nicht zugestanden werden und sie weder Schutz noch eine effektive Vertretung haben.

Nach beinahe siebzig Jahren leben sie immer noch in überfüllten, unhygienischen Übergangsunterkünften. Arbeitslosigkeit und Armut sind vorherrschend. Die Situation verschlechtert sich zusehends, viele sagen, ihr Leben heute sei viel schwieriger als jemals zuvor in der Vergangenheit. Die libanesischen Beschränkungen bei der Vergabe von Grundstücken für Palästinenser haben zusätzlich zu dieser starken Überfüllung in den Lagern geführt.

Wie ich weiter oben schon erwähnte mangelt es an Privatsphäre und an Tageslicht und für die Kinder an Platz zum freien Spielen. Eine sichtbare Folge der Überbevölkerung ist die Gewalt, die in Familien, im Lager, aber auch in den Schulen stattfindet. Dazu kommen Drogensucht und schwere psychische Probleme als Folgen des belastenden Lebens in dem Lager. Viele Menschen sind traumatisiert, wobei die Traumata von einer Generation an die nächste weitergegeben: zunächst die Vertreibung aus der Heimat, dann die vielen Kriege und bewaffneten Auseinandersetzungen, das Massaker von Sabra und Shatila 1982 – all dies wurde nie aufgearbeitet.

Wiebke, wie geht es den Kindern dort? Wie sieht der Alltag einer normalen Familie dort aus?

Die Kinder sind die schwächsten Glieder in der Flüchtlingsgesellschaft. Ihnen fehlt eigentlich alles, was Kinder brauchen, um gesund aufzuwachsen. Sie haben zum Beispiel keinen Rhythmus, keine Struktur und schon gar keinen Platz zum Spielen. Laut einer noch unveröffentlichten UNICEF-Studie werden fast alle Kinder physisch und emotional misshandelt. Oft ist den Eltern bewusst, dass sie nicht richtig handeln, sie wissen aber nicht, wie sie es ändern können. Die kleinsten Kinder sitzen zudem oft von früh bis spät vor dem Fernseher. Oder spielen mit Mobiltelefonen – oft ist das die einzige Beschäftigungsmöglichkeit, die ihnen geboten wird.

0C6A1717Warum ein Kindergarten? Was änderst Du mit deinem Projekt an dem „üblichen“ Alltag der Kinder?

Wir sind davon überzeugt, dass die ersten sieben Jahre im Leben eines Kindes äußerst wichtig sind und die in dieser Zeit gesammelten Erfahrungen den späteren Lebens- und Bildungsweg maßgeblich mitbestimmen. Unser Kindergartenprogramm setzt daher auch auf gezielte Mitarbeit der Eltern. Das ist zunächst leichter gesagt als getan, aber mittlerweile machen die meisten Eltern mit und versuchen, unsere Arbeit so gut es geht auch zuhause zu unterstützen.

Welches pädagogische Konzept steckt in Bait al-Shams?

Wir arbeiten auf der Basis der Waldorfpädagogik.

Warum der waldorfschulische Hintergrund bei Bait al Shams? Ginge „entwickeln“ nicht schneller, wenn man einen Hightech-Kindergarten mit digitalen Geräten eröffnete, um die Kids „schnell anschlussfähig“ an die neue, digitale Zeit zu machen?

Der Entschluss, sich für die Waldorfpädagogik zu entscheiden, war ein sehr bewusster. Vor allem deshalb, weil er das ganzheitliche Lernen unterstützt. Unser pädagogischer Ansatz ist eher integriert als fachbasiert orientiert und fußt darauf, durch Nachahmung zu lernen, weniger durch direkte Anweisungen.

0C6A1471Unsere Kinder spielen ganz viel! Die meisten konnten das gar nicht, als sie zu uns in den Kindergarten kamen. Das Spielen musste gelernt werden und auch die Eltern mussten verstehen, dass das Spielen für die Kinder wahnsinnig wichtig ist. Hierbei wird Kreativität gefördert, Sozialkompetenzen, positive und negative Erlebnisse werden verarbeitet.

Die Waldorfpädagogik ist auch stark rhythmusorientiert, wir legen Wert auf regelmäßige tägliche und wöchentliche Aktivitäten. Das ist sehr heilsam und gibt den Kindern, insbesondere denen, die in ihren jungen Jahren schon viel erlebt haben, wie zum Beispiel den Krieg in Syrien, Sicherheit und Struktur. Konnten die Kinder anfangs nicht frei spielen, so kommen sie nun morgens und erobern ihren Raum, spielen einfach los. Und wissen dann ganz genau, was danach kommt.

Jedes Kind hat einzigartige körperliche, emotionale und intellektuelle Eigenschaften, deren Entwicklung wir mit individueller, einfühlsamer Betreuung Rechnung tragen wollen. Dieses Lernen sollte selbstmotiviert sein, was bedeutet, dass das Kind die Welt auf die Art und Weise kennenlernen soll, die am besten zu ihm passt – mit Gefühl, Berührung, Erforschung und Imitation.

Ich denke, dass sich die digitale „Anschlussfähigkeit“ von selbst ergibt. Meiner Meinung nach sollte das aber zu einem Zeitpunkt geschehen, an denen es den Kindern möglich ist, verantwortlich und vor allem bewusst, mit den digitalen Geräten umzugehen. Also eher später als früher. Insbesondere, weil man ja heute weiß, wie schädlich ein hoher Medienkonsum für die Gehirnentwicklung von Kindern und Jugendlichen ist. Zudem muss man sich fragen, was denn in der heutigen Welt wichtig ist – und das ist sicher nicht ausschließlich, sich mit digitalen Geräten auszukennen.

Hast du eigene Erfahrungen mit dem pädagogischen Ansatz gesammelt und inwiefern haben diese dich dazu bewegt, das Konzept nach Shatila zu tragen?

Meine eigenen Kinder besuchen beide Waldorfschulen – ich habe mich viel damit auseinandergesetzt, was mir wichtig ist und was mir woanders fehlt. Ich kann mir nicht vorstellen, meine Kinder an eine andere Schule zu schicken. Erziehung kann nicht nur Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln. Sie muss mit „allen Sinnen“ erfolgen, also geistige, seelische und körperliche Aspekte beinhalten. Ich denke, dass die Waldorfpädagogik insgesamt sehr heilsam ist und das Kind in den Fokus rückt.

Denn es geht ja schließlich um die Kinder, es geht nicht darum, wie ein Erwachsener lernt. Sondern darum, wie Kinder lernen, wie man ihnen den Spaß am Lernen lässt – denn Kinder wollen von sich aus lernen. Sie bringen ganz viel Begeisterung mit auf die Welt, sie wollen interagieren, entdecken, erforschen. Aber eben aus sich selbst heraus. Wir Erwachsene sind meiner Meinung nach dazu da, die Kinder darin zu unterstützen.

0C6A1547Inwiefern helfen die „analogen Fertigkeiten“ den Kids, fit für das digitale Zeitalter zu werden?

Es gibt nicht umsonst den Begriff der „digitalen Demenz“, unser Gehirn baut bei intensiver Nutzung digitaler Medien ab. Kinder und Jugendliche sind oft kaum noch lernfähig, symptomatisch sind Aufmerksamkeitsstörungen, Stress, Depression – und auch zunehmende Gewaltbereitschaft. Ich denke, dass wir hier etwas tun müssen. Was übrigens nicht bedeutet, dass ich ein Gegner digitaler Medien bin. Aber Kinder aus Bequemlichkeit vor diesen zu parken, geht gar nicht. Man selbst muss es aushalten, dass sich das Kind auch mal langweilt. Nur so entsteht etwas.

Neben der Entwicklung der motorischen Fähigkeiten sorgen analoge Fertigkeiten auch dafür, dass die Kinder lernen, sich auf eine Sache zu konzentrieren, etwas durchzuhalten, was vielleicht nicht einfach ist. Dass sie am Ende jedoch mit dem Ergebnis belohnt werden, etwas Greifbares geschaffen zu haben.

Die heutige Zeit stellt Kinder vor enorme Herausforderungen. Einerseits werden zunehmend Selbstständigkeit, Kreativität und Teamfähigkeit gefordert. Die Fähigkeit, vernetzt, analytisch und flexibel zu denken und einen Überblick zu bekommen, wird immer wichtiger. Die Pädagogik muss darauf reagieren. Die Kinder müssen in ihrer Eigenständigkeit gefördert werden. Sie müssen Erfahrungen aus erster Hand sammeln. Die Kinder sollen lernen, aus der Vielzahl an Reizen Essenzielles herauszufiltern, sich selbst ein Bild von der Welt machen, ihren Standpunkt in der Welt finden.

Durch gemeinsames Erarbeiten von Lösungen werden Fähigkeiten wie Kontaktfreude, Empathie und soziale Kompetenz gefördert. Selbstständiges Arbeiten im künstlerischen Bereich hat positive Auswirkungen auf kommunikative, soziale und kreative Kompetenzen.

Wie digital ist das soziale Umfeld der Kinder dort üblicherweise?

Die Kinder verbringen üblicherweise fast den ganzen Tag mit Medien. Aus den benannten Gründen. Mich erstaunt es immer wieder, dass selbst die Großmütter ihre Enkelkinder vor diversen Geräten parken und behaupten, sie wüssten nicht, was sie sonst tun sollten. Obwohl sie selbst ihre Kinder ja beinahe komplett ohne Medien großgezogen haben. Es ist wohl die bereits erwähnte Bequemlichkeit…

0C6A1551Wie wird der Kindergarten / das pädagogische Konzept angenommen…

  • von den Kids?

Die Kinder lieben ihren Kindergarten. Einige möchten sogar ständig dort übernachten.

  • von den Erziehern?

Für die Erzieherinnen ist es eine völlig neue Erfahrung. Viele haben vorher ganz traditionell gearbeitet. Ich muss aber sagen, dass sie alle mit ganz viel Liebe und Herzblut dabei sind. Die Trainer, WaldorferzieherInnen und Lehrer/Innen aus Deutschland und England, die regelmäßig kommen, sind immer wahnsinnig angetan, wie viel schon verinnerlicht wurde und wie schön mit den Kindern gearbeitet wird. Und vor allem, wie ruhig und liebevoll alles abläuft. Ein absoluter Kontrast zu dem Leben auf Shatilas Straßen.

  • von den Eltern?

Es hat ein bisschen Überzeugungsarbeit gebraucht, aber die Eltern sind sehr glücklich mit dem Kindergarten, insbesondere, weil sie positive Veränderungen an ihren Kindern bemerken. Wir haben ein Elternprogramm eingeführt, welches nun im zweiten Jahr auch intensiv mit den Eltern arbeitet. Sie verstehen nun, wie wichtig Spielen ist, wie gut es für die Kinder ist, im Sandkasten zu spielen – auch wenn die Kinder sandig nach Hause kommen. Das war für viele ein Problem. Und auch, dass wir nur im letzten Kindergartenjahr mit dem Vorschulprogramm beginnen – nur eine Stunde am Tag!

  • von den Menschen drum herum?

Ich würde sagen, wir sind mittlerweile akzeptiert. Das war nicht immer so. Die Konkurrenz zwischen den Organisationen ist leider groß. Das liegt vor allem daran, dass viele von den gleichen Spendentöpfen abhängen. Kooperation findet leider nur selten statt. Aber vor kurzem hat uns eine Schulleiterin einer UNRWA-Schule angerufen – die Kinder aus unserem Kindergarten waren ihr bei der Aufnahme positiv aufgefallen. Sie möchte nun mehr wissen über unseren pädagogischen Ansatz. Es ist ein Anfang.

  • von anderen „Entwicklungshelfern“?

Durchaus positiv. Dennoch gibt es ständig die Diskussion, dass wir zu klein sind und nur 55 Kinder betreuen. In der Entwicklungsarbeit geht es leider immer mehr um Quantität als um Qualität.

  • von der Politik?

Dort werden wir bisher nicht wahrgenommen.

Wiebke, wie definierst du Entwicklungshilfe?

Für mich bedeutet Entwicklungshilfe eine Nachhaltigkeit zu schaffen – und zwar in den Herzen und Köpfen der Menschen. Sie sollen es schaffen, die Ideen und Impulse zu erhalten und weiter zu entwickeln. Das kostet Kraft, ist aber am Wirksamsten. Unser gesamtes Team besteht nur aus Menschen aus Shatila. Sie sind die besten Multiplikatoren und sie wissen oft besser, was nötig ist oder wie man etwas erreicht. Entwicklungshilfe bedeutet, etwas gemeinsam mit den Menschen zu entwickeln, was passt. Es ist nicht etwas, was man von außen aufstülpen kann. Partizipation und Zuhören halte ich für wahnsinnig wichtig. Entwicklungshilfe kann man nicht vom Büro aus leisten.

Bait al Shams ist für mich Entwicklungshilfe direkt vor Ort – was kannst du nach gut zwei Jahren Laufzeit berichten: Was bewirkt das Projekt

  • bei den Kindern?

Die Kinder sind glücklich, sie kommen gern in den Kindergarten. Das ist zunächst das Wichtigste. Einige syrische Kinder waren wie schockgefroren, als sie uns kamen. Durch den Rhythmus, die sichere Struktur, den ruhigen Umgang und vor allem Zeit, hat sich dies nach und nach gelöst. Die Kinder sind Teil der Gruppe und machen mit. Das ist ein toller Erfolg, auch für die Erzieherinnen. Die Vorschulkinder haben innerhalb eines Jahres mit nur einer Stunde am Tag das englische und arabische Alphabet, sowie die Zahlen von eins bis zehn, englisch und arabisch, gelernt.

  • bei den Eltern?

Zu den allermeisten Eltern konnten wir ein gutes Vertrauensverhältnis aufbauen. Sie verstehen unseren Ansatz nun viel besser und einige versuchen, vieles auch zuhause umzusetzen. Viele sehen auch den Unterschied zu den älteren Geschwisterkindern, die andere Kindergärten besucht haben. Zudem ist das Bewusstsein gewachsen, dass die Kinder auch ohne Strafen und Drohungen folgen. Einige Eltern haben uns auch gesagt, dass sie bemerkt haben, was eine schöne, saubere, liebevolle Umgebung bewirken kann. Bei den Kindern und auch bei sich selbst.

  • in ihrem Umfeld?

Die Eltern sind eigentlich unsere besten Multiplikatoren, sie erzählen ganz viel von Bait al-Shams. Mittlerweile haben wir eine lange Warteliste.

20170611_174222Welche Pläne hast du für just.childhood?

Wo soll ich anfangen… wir haben so viele Pläne. Unmittelbar suchen wir ein neues Gebäude mit mehr Platz. Aufgrund der extremen Überbevölkerung Shatilas ist es nicht sehr einfach. Wir hätten ein Grundstück in Aussicht und auch die Gelder, es zu erwerben. Aber nicht, um zu bauen. Wenn es ein größeres Gebäude gibt, so möchten wir gern noch ein Familienzentrum einrichten. Viele unserer Eltern brauchen Unterstützung. Manche psychologische, manche brauchen auch Unterstützung bei der Erziehung ihrer jüngeren Kinder, die noch nicht in den Kindergarten gehen.

Außerdem möchten wir gern die Kinder weiter begleiten, die unseren Kindergarten verlassen und zur Schule gehen. Und zwar in Form eines Learning-Support-Programms, welches den Kindern die Möglichkeit bietet, weiter künstlerisch zu arbeiten und ihnen auch bei den Hausaufgaben hilft – mit unseren Lernansätzen. Bestenfalls könnte dies die Grundlage für eine Schulgründung sein. Ein Schritt vorher könnte bedeuten, waldorfpädagogische Elemente in das UNRWA-Schulsystem zu integrieren.

Danke, Wiebke, dass Du Dir – zwischen Hamburg und Beirut – die Zeit für unser Interview genommen hast!

 

Falls ihr mehr über Wiebkes Projekt lesen, sehen und hören wollt – besucht dessen Website, Facebook-Fanpage oder Youtubechannel .

Weil ich als ehrenamtlicher Helfer im deutschen Board von just.childhood bin, nenne ich euch hier auch Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen.

  • Spendenkonto bei der Hamburger Sparkasse

Name: JUST.CHILDHOOD e.V. 

IBAN: DE22200505501252134224

Fotos Shatila (6): Wiebke Eden-Fleig / just.childhood, Interview-Selfie (1): Doreen Brumme

 

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