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Seifenpflanze

Braucht die Welt noch Journalismus?

Von Benjamin Kloiber

NZZ.at wird eingestellt

Knapp 2 Jahre lang hielt sich das Projekt am Laufen. Aber nun ist es gescheitert. Ende April stellt der österreichische Ableger der „Neuen Züricher Zeitung“ – NZZ.at – den Betrieb ein. Das rein digitale Medium versuchte, sich durch Abos zu finanzieren. Vergeblich. Was lernen wir daraus?

Das Zeitungssterben schreitet voran

Printmedien werden weniger und dünner. Der Ausweg ins Netz schien lange Zeit als Überlebensstrategie zu taugen. Und nun geht eine Zeitung bankrott, die kein einziges Mal gedruckt wurde. Das wirft eine Frage auf, die sich nicht auf Printmedien beschränkt: Ist der Journalismus überlebensfähig?

Qualitätsjournalismus ist wertvoll

Die Frage ist klar zu bejahen. Qualitätsmedien sind oft meritorische Güter. Das bedeutet, sie werden weniger oft konsumiert, als es für die Gesellschaft wünschenswert wäre. Auch Sport und Schulbildung sind solche Beispiele. Und genauso wenig wie Schulbildung darf Qualitätsjournalismus begraben werden.

Nachrichten sind gratis

Wenn etwas Nennenswertes auf der Welt geschieht, erfahre ich auch davon. Der Zeitungsjunge, der mit brauner Baskenmütze auf einer gut frequentierten Straße steht, mit der Zeitung in der rechten Hand wedelt und ruft: „Extrablatt! Extrablatt!“, hat als Geschäftsmodell ausgedient.

Der Wert hinter dem Wert

Eine gute Aufbereitung wissenswerter Inhalte wird immer ihre Abnehmer finden. Und auch wenn der Kaufpreis alleine die Kosten augenscheinlich nicht deckt, gibt es staatliche und private Förderer, die den Wert der Botschaften zu schätzen wissen. Es wird Umbrüche geben. Aber Journalismus wird nicht verenden.