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Schwertlinie

Die Suche nach der einzig wahren Wahrheit

Von Benjamin Kloiber

Fake, Fake, Fake

Fake News wurde bereits zum Anglizismus des Jahres 2016 gekürt und hat auch in laufenden Jahr Chancen, in der ein oder anderen Kategorie (unrühmliche) Preise abzusahnen. Wir alle kennen Fake News. Zuhauf lesen wir welche auf Sozialen Netzwerken oder hören sie direkt aus dem Mund eines amerikanischen Wüterichs und Präsidenten.

Doch wie erkennt man, was Fake ist und was nicht? Zum Teil kann das schwierig sein. Manchmal sind die falschen Nachrichten so gut aufbereitet, dass sie wahr sein KÖNNTEN, …wenn sie es denn wären.

Binnen den letzten Wochen hat sich nicht nur einer; es haben sich sogar zwei prominente „Macher“ zur Aufgabe gemacht, uns von Fake News zu befreien. Sowohl der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales als auch der Dosenmogul Dietrich Mateschitz wollen ein Onlineportal gründen, dass nicht als die Wahrheit verbreiten soll.

In der Dose liegt die Wahrheit?

Solch ein Vorhaben mag edel sein. Aber Skepsis ist dennoch angebracht. Wie bei allen Nachrichtenportalen, Zeitungen, Sendungen, usw. gilt: Eine 100%ige Vollständigkeit gibt es nicht. Kann es nie geben. Es werden ganze Bücher verkauft, mit Nachrichten, die es in den letzten 365 Tagen nicht in die Medien geschafft haben. Ein jedes Medium muss selektieren. Auch ein Nachrichtenprotal mit der einzig wahren Wahrheit.

Es mag am Ende etwas herauskommen, das bestimmt nicht als Fake News zu bezeichnen ist. Aber ein kleine Kelle Subjektivität schummelt sich in jeden Suppentopf. Auch die Selektion der Nachrichten ist alleine schon eine Wertung. Und ganz nebenbei: Reiche mächtige Männer, die Geld in die Hand nehmen, um Wahrheit zu verbreiten… Das alleine bringt mich dazu, die Nase zu rümpfen. Da darf man ruhig skeptisch sein.

Lesen mit Verstand

Ich habe das hier nicht geschrieben, um die Bemühungen, gegen Fake News vorzugehen zu verteufeln. Ich schreibe das, weil ich der festen Überzeugung bin, das Fake News ein Virus ist, der nicht zur Gänze auszulöschen ist. Es wird sie immer geben. Und sie werden immer Gehör finden. Die besten Impfungen sind ein reflektierter Konsum von Nachrichten und kritisches Hinterfragen. Wer dies beherrscht, ist so gut wie immun gegen Fake News.

Seifenpflanze

Braucht die Welt noch Journalismus?

Von Benjamin Kloiber

NZZ.at wird eingestellt

Knapp 2 Jahre lang hielt sich das Projekt am Laufen. Aber nun ist es gescheitert. Ende April stellt der österreichische Ableger der „Neuen Züricher Zeitung“ – NZZ.at – den Betrieb ein. Das rein digitale Medium versuchte, sich durch Abos zu finanzieren. Vergeblich. Was lernen wir daraus?

Das Zeitungssterben schreitet voran

Printmedien werden weniger und dünner. Der Ausweg ins Netz schien lange Zeit als Überlebensstrategie zu taugen. Und nun geht eine Zeitung bankrott, die kein einziges Mal gedruckt wurde. Das wirft eine Frage auf, die sich nicht auf Printmedien beschränkt: Ist der Journalismus überlebensfähig?

Qualitätsjournalismus ist wertvoll

Die Frage ist klar zu bejahen. Qualitätsmedien sind oft meritorische Güter. Das bedeutet, sie werden weniger oft konsumiert, als es für die Gesellschaft wünschenswert wäre. Auch Sport und Schulbildung sind solche Beispiele. Und genauso wenig wie Schulbildung darf Qualitätsjournalismus begraben werden.

Nachrichten sind gratis

Wenn etwas Nennenswertes auf der Welt geschieht, erfahre ich auch davon. Der Zeitungsjunge, der mit brauner Baskenmütze auf einer gut frequentierten Straße steht, mit der Zeitung in der rechten Hand wedelt und ruft: „Extrablatt! Extrablatt!“, hat als Geschäftsmodell ausgedient.

Der Wert hinter dem Wert

Eine gute Aufbereitung wissenswerter Inhalte wird immer ihre Abnehmer finden. Und auch wenn der Kaufpreis alleine die Kosten augenscheinlich nicht deckt, gibt es staatliche und private Förderer, die den Wert der Botschaften zu schätzen wissen. Es wird Umbrüche geben. Aber Journalismus wird nicht verenden.