# – Die Macht ist mit dem Zeichen!

Frucht1

Von Doreen Brumme

Das sogenannte Hashtag, auf Deutsch: Raute, ist ein Zeichen der Macht in Zeiten von Demokratie 4.0. Es markiert Schlagworte, schafft virtuelle Verbundenheit. Aus dieser resultiert Masse und Masse ist mächtig.

Hashtag, gesprochen: „häschtägg“. „hash“ ist der englische Name für das Doppelkreuz, das wir auch Raute nennen. „tag“ steht für Markierung. Das Zeichen benutzen diejenigen, die tagtäglich im Internet unterwegs sind, wie einen Marker, um in Social Medien wie Twitter, Facebook, Instagram, Pinterest, Linkedin, um nur einige Beispiele zu nennen, ihnen wichtig erscheinende Schlagworte, existierende Ausdrücke oder ausgedachte, ein-Wort-Gebilde oder Wortaneinanderreihungen, in ihren schriftlichen Äußerungen hervorzuheben. Doch die Funktionalität des Hashtags geht weit über eine optische Markierung hinaus: Denn die dem Hashtag ohne Leerzeichen, Sonderzeichen und Satzzeichen folgenden Zeichen bekommen so eine Art „Metamacht“.

Dank des vorgestellten Hashtags vor der Wortaneinanderreihung #Demokratie4punkt0 in einer Statusmeldung auf Facebook beispielsweise wird diese in ganz Facebook suchbar und wieder auffindbar. Und nicht nur das: Sämtliche Erwähnungen der markierten Zeichenfolge werden so funktionalisiert, vorausgesetzt, das Hashtag geht ihnen voran. Das Zeichen sorgt so für Ordnung in einem Informationschaos, das das Gebilde Internet, in dem jeder zum Sender und Empfänger von Informationen wird, darstellt. Auf diese Hashtag-Weise lassen sich bestenfalls zig Informationstropfen zu einem gemeinsamen Thema zu einem mächtigen Informationsfluss bündeln.

Der machtvollen Karriere der Raute als Hashtag in unserer Zeit, die Deutschlandradio Kultur ausführlich beschreibt, geht übrigens eine Geschichte der Rautetaste voraus, die Christian Kämmerling in der Schweizer Onlinezeitung „Die Weltwoche“ auf bemerkenswerte Weise geschildert hat. Wer wissen will, wie die Raute überhaupt auf die Tastatur kam, findet dort die Antwort. Doch das nur nebenbei. Obwohl, wer die Gegenwart verstehen will, sollte wissen, woher sie kommt.

Zum Zeichen der Macht wird das Hashtag, das strategisch platziert wird, um gleichgeschriebene Ausdrücke zu bündeln. Denn damit bündelt das Zeichen deren Verfasser. Strategisch bestenfalls entsteht so ein Bündel gleichgesinnter Verfasser, die so von der Existenz Gleichgesinnter erfahren. Das schafft Emotionen, die die mächtigsten Handlungsmotive des Menschen darstellen: Freude, Liebe, Neid, Gier, Hass, Missgunst. Je nachdem, was erreicht werden soll, Werbung, Meinung, Handeln, bespielen politische und ökonomische Strategen mit Hashtags die Klaviatur der Gefühle einzelner. Doch auch das ist nur die eine Seite der Macht des Raute-Zeichens. Sozusagen, die der individuellen Rezeption.

Denn der mächtige Informationsfluss, den die Äußerungen um die gehashtagten Schlagwörter in ihrer Masse bilden, sind als solcher wahrnehmbar. Sie sind massenweise bekundete Meinung, die je nach Inhalt von der Öffentlichkeit als Massenmeinung rezipiert wird. Die Masse ist mit dem Hashtag voran sichtbar. Geschickt gesetzt, ergibt sich dank des Hashtags eine Masse Macht.

Die vergangenen Jahre haben viele Beispiele hervorgebracht, wo eine mit Hash getagte Zeichenfolge das Leben innerhalb und außerhalb der virtuellen Realität des Internets machtvoll zu beeinflussen vermochte: Als Hashtag-Erfolg oder Misserfolg, wobei das Hashtag dann schnell zum Bashtag wird. Aber dazu ein andermal mehr.

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